Presseerklärung

Bildungsstreikplenum Whv und Umland zur Demo am 9.6.

Es freut uns sehr, dass sich am letzten Mittwoch etwa 500 Schüler_Innen an den Bildungsprotesten in Wilhelmshaven beteiligten. Die doch sehr unterschiedlichen Angaben über die Teilnehmerzahl liegen vermutlich daran, dass sich aus den unterschiedlichsten Motiven einige Schüler_Innen von der Demo verabschiedeten. So hatte Manche_r an diesem Tag noch Klausuren zu schreiben, Andere wieder wollten die (Frei)Zeit leider unproduktiver verbringen. Auch hat das Kultusministerium den Streik erst sehr kurzfristig freigegeben und sehr spät den Schüler_Innen für die Bildungsproteste freigegeben. So wurde einigen die Teilnahme nicht erlaubt, was wir sehr bedauern. Solidarisch für die Demoteilnehmer_Innen legten in Sande und Schortens einige Klassen die Arbeit nieder. Sie unterstützen dadurch die Forderungen nach einem gerechteren Bildungssystem, in dem Jede_r die Möglichkeit auf Bildung hat und Chancen nicht vom sozialen Status der Eltern abhängen. Ein Bildungssystem in dem der Leistungsdruck dem selbstbestimmten Leben und Lernen Platz macht und in dem Mensch in demokratischen Bildungseinrichtungen Verantwortung lernen kann um so zu einem mündigen Menschen zu werden. Aber auch gegen die vollzogene Verkürzung von Schul – und Studienzeit, durch Turbo-Abi oder Bachelor/Master wurde solidarisch für die Student_Innen mitgestreikt. Es gab neben geplanten Redner_Innen auch spontan einige Schüler_Innen, die das Wort ergriffen. Viele eigene Schilder /Transparente wurden vorbereitet.

Das große Interesse der Passant_innen, gerade auch Älterer, während der Demo hat uns positiv überrascht. Danken wollen wir den vielen Schüler_innen die am Mittwoch den Weg auf die Straße gefunden haben und den Lehrer_Innen und Schulleitungen die dies unterstützt haben. Uns freut in diesem Zusammenhang, die Hilfe im Vorfeld von Menschen anderer Organisationen, dem AStA der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, der Arbeitslosen Initiative Wilhelmshaven, dem Netzwerk gegen die Krise Whv, der AntifaBi Nord, Abgeordneten des Stadtrates (BASU/Tohlen), der „dieLINKE“ Whv, der „dieLINKE“ Wittmund, der Solid Aurich, den Schüler_Innen die viel Zeit für die Arbeit an den Schulen gegeben haben, dem Epizentrum, unserer Wundervollen Volx Küche aus Sande, der MLPD für den kostengünstigen Lauti, der Friedensinitiative Wilhelmshaven und allen die wir jetzt vergessen haben.Ein Spezieller Dank geht an die Polizeikräfte vor Ort, die unserer Beschwerde gegen die Auflagen des Ordnungsamtes statt gaben und uns Musik während der Demo spielen ließen.

Zu Bedauern ist, dass es von den meisten Schulleitungen keine Antworten auf unsere Anfragen gab. Vielleicht können wir dies bis zu den nächsten Protesten erreichen? Auch würden wir uns über die Unterstützung weiterer Parteien freuen. Erfreulich war auch, dass wir von Wilhelmshaven aus mit einem Bus zu den „Wir zahlen nicht für eure Krise“ Protesten am 12. Juni nach Berlin fuhren, um dort den Bildungsstreik-Block zu unterstützen. Dies gelang, dank der Hilfe des Netzwerkes gegen die Krise Whv, der Verdi Niedersachsen und dem Nds. Landtagsabgeordneten Hans Henning Adler.

Negativ bewerten wir, dass vereinzelt Privat-Wände mit Bildungsstreik Plakaten beklebt wurden. Wir verteilen die Plakate nur und haben, abgesehen von unserer kurzen Ansprache zum Verwendungszweck, leider keinen Einfluss auf deren Verwendung.

Der Bildungsprotest geht weiter. Schon Mittwoch, den 16. Juni, ist die nächste Aktion zum „International Action Day“ geplant. Ab 14 Uhr ist mit einer kleinen Kunstaktion in der Stadt zu rechnen, anschließend daran wird es um 17 Uhr 30 unser wöchentliches Bildungsstreikplenum in der Marktstraße 124 geben. Jede_r ist herzlichst eingeladen.


1 Antwort auf „Presseerklärung“


  1. 1 » Blog Archive Tim Sommer | Presseerklärung zum Bildungsstreik || Tim Sommer - Wilhelmshaven - Politik Pingback am 14. Juni 2010 um 15:14 Uhr
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